Meilensteine der Entwicklung eines Babys

Der erste Monat:

Anfangs müssen Sie zum Spielen oder Sprechen nah an Ihr Baby herankommen, damit es Sie gut erkennen und hören kann. Als Spielzeug reichen für den ersten Zeitraum ein paar wenige Stofftiere. Achten Sie beim Kauf auf grelle, kontrastierende Farben und verschiedene Texturen. Jedoch sollte es nicht zu fein sein oder zu viele Elemente besitzen, da dies Ihr Kleines überfordern könnte. Stattdessen lassen sich es lieber mit weniger spielen und dieses eingehend beobachten.

Bewegungen:

  • macht ruckartige, eher unkontrollierte Armbewegungen
  • bringt Hände in die Nähe des Mundes & der Augen
  • hält Hände zu Fäusten geballt
  • dreht den Kopf nach links/rechts wenn am Bauch liegend
  • Kopf fällt nach hinten, wenn keine Hilfestellung geleistet wird

Hören & Sehen:

  • kann Gesichter und Dinge im Abstand von 20 bis 30 cm fokussieren
  • unterscheidet zwischen Schwarz und Weiß (hohem Kontrast)
  • zieht Gesichter anderen Mustern/Spielzeugen vor
  • dreht sich möglicherweise schon nach bekannten Geräuschen um

Schmecken & Fühlen:

  • bevorzugt Süßes & vermeidet Bitteres und Saures
  • erkennt Ihren Geruch
  • bevorzugt flauschige/weiche Stoffe gegenüber groben/rauen
  • mag keine abrupte/raue Bewegung/Behandlung
  • die angeborenen Reflexe sind noch stark ausgeprägt (Greifreflex, Saugreflex, Schluckreflex, Suchreflex, etc.)

Der zweite Monat:

Ihr Baby kann nun Freude ausdrücken, indem es kräftig mit Armen und Beinen strampelt. Beobachten Sie es beim Spielen – gefällt ihm das Spiel(zeug) oder wendet es sich ab und möchte lieber etwas Ruhe haben? Sie werden es vermehrt dabei beobachten können, wie es verschiedene Laute macht und sich selbst gespannt lauscht. Inzwischen hat es erkannt, dass das saugen an der Brust/der Flasche nicht nur satt macht, sondern auch beruhigt. Es versucht das selbe zu erreichen, indem es die Hände, Finger oder andere Gegenstände in den Mund legt. Langsam bildet sich auch der Greifreflex zurück und es öffnet seine Hände und entdeckt seine Finger.

Signale für Entwicklungsverzögerung

  • saugt schlecht und wird nur langsam satt
  • blinzelt bei plötzlichem hellem Licht nicht
  • fokussiert und folgt nahen Objekten nicht von links nach rechts
  • bewegt die Arme und Beine wenig, scheint steif
  • Gliedmaßen wirken schlaff & locker, kraftlos
  • Kinn zittert unaufhörlich, selbst wenn es nicht weint oder aufgeregt ist
  • reagiert nicht auf laute Geräusche

Der dritte und vierte Monat:

Sie können Ihrem Baby nun verschiedene Gegenstände in die Hand legen, um seine Berührungsempfindung zu fördern. Helfen Sie ihm, wenn es sich noch nicht herumrollen kann oder den Kopf noch nicht ruhig halten kann – so entsteht kein Frust und Ihr Baby ist gewillt es immer wieder zu versuchen. Ein abendliche Routine kann beim einschlafen helfen, da Ihr Baby inzwischen Abläufe vorhersehen kann.

Bewegungen:

  • hebt Kopf und Brust wenn am Bauch liegend
  • stützt sich auf den Armen auf
  • streckt die Beine aus und strampelt wenn am Bauch
  • öffnet und schließt Hände
  • führt die Hände zum Gesicht/Mund
  • versucht hängende Objekte mit einer schwingenden Bewegung zu greifen
  • greift und schüttelt Spielzeug (z.B. Rassel)
  • stampft wenn Füße harten Untergrund berühren

Hören & Sehen:

  • sieht konzentriert in Gesichter
  • folgt sich bewegenden Objekten
  • erkennt bekannte Personen & Objekte aus kleineren Entfernungen
  • beginnt Hände und Augen zu koordinieren
  • lächelt beim Klang eines bekannten Stimme
  • beginnt Sprache zu imitieren, brabbelt
  • dreht Kopf in Richtung von Geräuschen

Soziale & Emotionale Fähigkeiten:

  • entwickelt soziales Lächeln
  • freut sich über Spiel mit anderen und weint möglicherweise wenn Spiel endet
  • wird kommunikativer und drückt sich zunehmend durch Mimik und Gestik aus
  • imitiert Gesichtsausdrücke und Bewegungen

Inzwischen ist Nacken-, Brust- und Rückenmuskulatur soweit entwickelt, dass Ihr Baby sicher den Kopf hebt und nach Gegenständen greift – Brillen, Schmuck und Haare werden eingehend untersucht. Da die Beine jedoch noch nicht sein Gewicht halten können, knickt es immer wieder ein. Es spielt nun gerne “Kuckuck” und versucht sich nach Spielzeug umzudrehen – so können Sie es dazu anregen, sich auf den Bauch/Rücken zu rollen.

Signale für Entwicklungsverzögerung

  • reagiert nicht auf laute Geräusche
  • lächelt nicht beim Klang Ihrer Stimme
  • reagiert nicht auf eigene Hände
  • greift nicht nach Objekten und hält kein Spielzeug
  • folgt sich bewegenden Objekten nicht mit den Augen
  • lächelt Personen nicht an
  • kann Kopf nicht ruhig halten
  • brabbelt nicht
  • hält Spielzeug nicht an den Mund
  • brabbelt, versucht aber nicht Ihnen Laute nachzumachen
  • stampft nicht auf, wenn Füße harte Oberfläche berühren
  • hat Schwierigkeiten die Augen/eines beider Augen in alle Richtungen zu bewegen
  • schielt durchgehend
  • beachtet neue Gesichter nicht, bzw. schreckt sich davor oder auch vor neuen Umgebungen
  • sog. Fechterreflex weiterhin stark ausgeprägt

Der fünfte Monat:

Die Gehirnhälften verbinden sich miteinander, was bedeutet die Koordination Ihres Babys wird immer besser und es kann bald Gegenstände von einer in die andere Hand legen und gezielt nach Dingen greifen. Neben seinem eigenen Spiegelbild sieht sich Ihr Baby nun gerne Bilderbücher, bunte Bälle und Spielzeuge mit verschiedenen Texturen an. Um die Sprachentwicklung zu fördern kommentieren sie alles mit einfachen Sätzen: “Schau, Papa kommt”, etc. Besonders gut geht das beim gemeinsamen Ansehen von Bilderbüchern.

Der sechste Monat:

Wenn sie Ihrem Baby die Hände anbieten wird es versuchen sich aufzusitzen und sich bis in den Stand hinaufziehen. Es verleiht seinen Gefühlen Ausdruck durch Gestik, Mimik und verschiedene Laute. Es versteht nun auch den Ablauf von Unterhaltungen und ist besonders an Spielzeug interessiert, das Geräusche macht: Rasseln, Quietsche-Enten, Telefon, Spielzeug mit beweglichen Teilen. Um seine Feinmotorik zu tainieren können Sie nun Dingen hin- und herreichen.

Der siebte Monat:

Bewegungen:

  • rollt sich auf den Bauch und zurück (und umgekehrt)
  • sitzt alleine, sich nur mit den Armen aufstützend (später ohne)
  • kann das eigene Gewichthalten, wenn stehend
  • reicht nach Gegenständen mit einer Hand
  • reicht Objekte von Hand zu Hand
  • greift mit ganzer Hand (nicht Pinzettengriff)

Sehen:

  • erkennt alle Farben
  • sehen auf Distanz verbessert sich
  • können, sich bewegenden Objekten zu folgen, verbessert sich

Sprache:

  • reagiert auf eigenen Namen
  • reagiert auf “nein”
  • erkennt Emotionen an der Tonlage der Stimme
  • reagiert auf Geräusche mit Lauten
  • benutzt die eigene Stimme um Freude bzw. Unbehagen auszudrücken
  • brabbelt mehrere aneinandergereihte Konsonanten

Kognitive Fähigkeiten:

  • findet teilweise verdeckte Objekte
  • erforscht Dinge mithilfe der Hände und des Mundes
  • strengt sich an, Gegenstände außerhalb der Reichweite zu greifen

Soziale & Emotionale Fähigkeiten:

  • hat Freude an sozialen Spielen
  • interessiert an Spiegelbild(ern)
  • reagiert auf Gesichtsausdruck anderer und zeigt Freude

Ihr Baby wird sich nun zunehmend für Ihr Essen interessieren. Außerdem wird es versuchen wollen einen Löffel selbst zu halten oder allein aus einem Becher trinken. Da Ihr Baby sich zunehmend für alles in seiner Umgebung interessiert, kann es an der Zeit sein, gefährliche Dinge außer Reichweite zu bringen, um ihm so viel Freiraum wie möglich zu lassen. Sie können seine Neugier nutzen und ein Spielzeug außer Reichweite stellen um es zum robben/krabbeln zu animieren. Es versteht den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung (schütteln einer Rassel -> Geräusch).

Signale für Entwicklungsverzögerung

  • scheint steif, mit angespannten Muskeln
  • scheint schlaff, ähnlich einer Stoffpuppe
  • kann Kopf nicht aufrecht halten, wenn in sitzende Position gezogen
  • streckt immer nur eine Hand nach Gegenständen aus
  • lässt sich ungern liebkosen
  • zeigt der Person, die ihn umsorgt keine Zuneigung
  • scheint Gegenwart anderer Personen nicht zu mögen
  • konstante Fehlstellung eines oder beider Augen
  • ständiges tränen der Augen, hohe Lichtempfindlichkeit
  • reagiert nicht auf Geräusche in seiner Nähe
  • hat Schwierigkeiten Objekte zum Mund zu bringen
  • dreht den Kopf nicht nach Geräuschen um
  • dreht sich weder auf den Rücken noch auf den Bauch
  • lässt sich bei Nacht nicht beruhigen
  • lächelt nicht
  • kann trotz Hilfestellung nicht sitzen
  • lacht nicht/macht keine quietschenden Geräusche
  • greift nicht aktiv nach Objekten
  • folgt nahen (30 cm) und entfernten (180 cm) Objekten nicht mit beiden Augen
  • kann sein Gewicht nicht auf den Beinen halten
  • versucht nicht Aufmerksamkeit zu erlangen
  • brabbelt nicht
  • zeigt kein Interesse an Spielen (z.B. Kuckuck)

Der achte Monat:

Um die Selbstständigkeit zu fördern, lassen Sie es selbst essen – auch wenn das manchmal zu einer Sauerei führen kann. In diesem Alter kann sich Ihr Baby schon kurz relativ gut auf eine Sache konzentrieren.

Der neunte Monat:

Es wird nun Dinge von einer Hand in die anderen nehmen und gezielt fallen lassen. Versuchen Sie auch, es an einer Schnur Gegenstände zu sich heranziehen zu lassen. Es beschäftigt sich jetzt gern mit Dingen die es aufklappen kann bzw. mit denen es Geräusche machen kann. Gemeinsames spielen mit gleichaltrigen klappt in dem Alter jedoch nicht immer.

Der zehnte Monat:

Ihr Baby übt nun unaufhörlich den Pinzetten-Griff und hebt selbst die kleinsten Krümel auf. Sie können vielleicht auch schon beobachten, welche Hand es hierfür bevorzugt. Da es in diesem Alter sein Gleichgewicht noch nicht kontrollieren kann, hantelt es sich an Möbeln entlang. Es versucht auch schon sich kontrolliert aus dem Stand hinzusetzen. Um mit Ihnen zu kommunizieren nutzt es Gesten: es streckt die Arme nach Ihnen aus, um hoch-genommen zu werden. Es streichelt Puppen und Stofftiere – es versteht, dass diese ein Lebewesen darstellen sollen. Verzichten Sie darauf, Ihrem Baby das Laufen mit Lauf-Lernhilfen beizubringen – diese können Ihr Kind einengen und in seiner Körperhaltung beeinträchtigen. Stattdessen achten Sie darauf, dass die Gegenstände und Möbel, an denen es sich heraufziehen könnte stabil und schwer sind.

Der elfte Monat:

Es versteht nun Verbote braucht jedoch noch viele Wiederholungen, damit es sie nicht vergisst. Lassen Sie ihr Kind nun an gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen. Bieten Sie ihm mundgerechte Stücker zum Essen an, um die Selbstständigkeit zu unterstützen. Ihr Kind versteht inzwischen, dass Menschen Individuen sind – dass Sie also von ihm selbst getrennte Wesen sind. Darauf kann es mit Trennungsangst reagieren. Bleiben sie geduldig, es muss schließlich erst lernen, dass ein Abschied nicht für immer ist und hat noch keinen Zeitbegriff.

Der zwölfte Monat:

Bewegungen:

  • kann sich ohne Hilfe aufsitzen
  • krabbelt auf allen vieren
  • kommt selbstständig vom liegen ins sitzen, auf alle viere und kann sich wieder (auf den Bauch) hinlegen
  • zieht sich in den Stand
  • kann gehen, während er/sie sich an Möbeln festhält
  • steht einen Moment ohne festgehalten zu werden
  • versucht einige Schritte ohne Hilfe zu gehen

Hand- & Fingerfertigkeiten:

  • benutzt Pinzettengriff
  • stößt mit den Händen Spielzeug aneinander
  • legt Objekte in Behältnisse
  • nimmt Objekte aus Behältnissen
  • lässt Objekte willentlich fallen/los
  • stupst Dinge/Personen mit Zeigefinger an
  • versucht schreiben zu imitieren/kritzelt

Sprache:

  • Reagiert auf einfache verbale Aufforderungen
  • Reagiert auf “Nein”
  • nutzt einfache Gesten (Kopfschütteln für “nein”)
  • brabbelt in verschiedenen Tonfällen
  • sagt “Mama” und “Papa”
  • benutzt Ausrufe (wie z. B. oh-oh)
  • Versucht Wörter nachzusprechen

Kognitive Fähigkeiten:

  • erforscht Gegenstände auf verschiedene Arten (schütteln, schlagen, werfen, fallen lassen)
  • findet versteckte Gegenstände
  • blickt zum richtigen Bild wenn dieses genannt wird
  • imitiert Gesten
  • benutzt Gegenstände gemäß deren Zweck (Bürste, Becher, Telefon)

Soziale & Emotionale Fähigkeiten:

  • scheu / ängstlich bei Fremden
  • weint wenn Elternteil davongeht
  • macht gerne Personen im Spiel nach
  • zeigt Vorlieben bei Spielzeug und Personen
  • testet elterliche Rektionen auf eigenes Verhalten / Handeln (will nicht essen / weint wenn man den Raum verlässt)
  • wird in manchen Situationen ängstlich
  • bevorzugt Mutter oder Haupt-Bezugsperson gegenüber anderen
  • wiederholt Geräusche /Gesten um Aufmerksamkeit zu erhaschen
  • isst mit den Fingern
  • streckt Arm / Bein aus um beim Anziehen mitzuhelfen

Es versteht Aufforderungen (“Gib”, “Komm”, “Nimm”) und lernt langsam auch zu sprechen. Einjährige Kinder können sich schon eine Weile selbst beschäftigen – am liebsten mit Steck-Spielzeugen und Bauklötzen. Es imitiert Verhaltensweisen (telefonieren) und hat Spaß an Musik. Motivieren Sie es dazu mitzutanzen und -singen. Lassen Sie es auch an Alltags-Aktivitäten teilhaben wie möglich (Wäsche aufhängen, einkaufen, aufräumen). Zeigen Sie Geduld: Wenn Ihr Kind zu viel Krach macht, nehmen Sie das Spielzeug nicht einfach weg, sondern versuchen Sie es davon zu überzeugen leiser zu spielen. Unterbrechen Sie es beim konzentrierten und vertieften Spielen nur wenn unbedingt notwendig. So kann es lernen, sich eine Zeit lang selbst zu beschäftigen.

Signale für Entwicklungsverzögerung

  • Krabbelt nicht
  • Krabbelt nicht mit beiden Seiten (Zieht eine Seite des Körpers hinterher, über einen Monat lang)
  • kann trotz Hilfestellung nicht stehen
  • sagt keine einfachen Wörter (“Mama”, “Papa”)
  • lernt nicht Gesten zu benutzen (winken, Kopfschütteln)
  • zeigt nicht auf Bilder /Objekte

Quellen:

http://www.healthychildren.org/

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